Renault Alpine A442 B, 24 h Le Mans 1978 (1:18, Norev)


  • Renault Alpine A442 B, 24 h Le Mans 1978 (from 1978)
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  • Norev
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RENAULT ALPINE A442B

RENAULT ELF
24 STUNDEN VON LE MANS 1978

Fahrer: Didier Pironi/Jean Pierre Jaussaud
Resultat: WINNER

Hersteller: Norev
Maßstab: 1:18


Die Sportwagenschmiede Alpine wird 1955 vom französischen Rennfahrer Jean Rédélé gegründet.
Rédélé, der in seiner Heimatstadt Dieppe die Renault Vertretung seines Vaters führt und bereits seit 1951 mit einem Renault 4CV ziemlich erfolgreich an diversen Rennen teilnimmt (u.a. holt er 1952, 53 und 54 den Sieg bei der Mille Miglia), will sich so den Traum vom eigenen Sportwagen erfüllen. Der Markenname “Alpine“ ist eine Anlehnung an den Alpenpokal, den Rédélé 1954 gewinnen kann.

Bereits im Gründungsjahr werden im Renault Werk Billancourt die ersten drei Exemplare der Alpine A106 vorgestellt. Für das Karosseriedesign zeigt sich der italienische Automobildesigner Giovanni Michelotti verantwortlich und ein Teil der Technik stammt aus dem Renault Regal. Der Vierzylinder Motor, der im Heck des Wagens verbaut ist, ist beispielsweise vom Renault 4CV und leistet zwischen 21 und 59 PS.
1956 geht der kleine Sportwagen in Serie. Bis 1960 entstehen so in Handarbeit insgesamt 251 Straßenversionen des Wagens. Außerdem wird die A106 erfolgreich im Motorsport eingesetzt, unter anderem kann das Auto einen Klassensieg bei der Mille Miglia 1956 einfahren.

Das Nachfolgemodell der A106 ist die A108, von der Rédélé 1960 mit der A108 Berlinette eine kompromisslose Sportversion präsentiert.

Bereits zwei Jahre später bringt Alpine die A110 auf den Markt. Die A110 wird bis 1977 produziert und in dieser Zeit sehr erfolgreich im Rallyesport eingesetzt (u. a. Gewinn der Rallye WM 1971 und ´73).

1963 baut Rédélé mit der Alpine M63 sein erstes Rundstreckenfahrzeug, das gleich beim ersten Renneinsatz bei den 1000km auf dem Nürburgring den Sieg in der Prototype GT 1300 Klasse holen kann (P11 im Gesamtklassement). Ein weiterer Einsatz bei den 24 Stunden von Le Mans ein gutes Monat später verläuft allerdings nicht so erfolgreich, alle drei eingesetzten M63 scheiden aus (Unfall/Motor/Kupplung). Der letzte Rennstart der M63 findet im Frühjahr 1964 bei den 12 Stunden von Sebring statt. Doch auch hier kommt keines der drei gestarteten Fahrzeuge unter die Top30.

Auf den M63 folgt der M64, mit dem Alpine bei den 24 Stunden von Le Mans 1964 einen Klassensieg herausfahren kann.

Im Jahr darauf kommt Alpine mit drei Fahrzeugen nach Le Mans (M63, M65, A110) von denen allerdings keines die Zielflagge sieht.

Ab 1966 setzt Alpine in Le Mans die neu entwickelte A210 ein. Dieses Fahrzeug verfügt neben einer extrem aerodynamischen Karosserie über einen Vierzylindermotor, der 178 PS aus 1,5l Hubraum schöpft. Mit dieser Kombination erreicht die 680 kg leichte A210 auf den langen Geraden von Le Mans Spitzengeschwindigkeiten von 288 km/h. In den folgenden Jahren kann die A210 in Le Mans bei jedem Antreten die Rennklasse gewinnen, in der die Fahrzeuge gemeldet sind.
Ende 1969 beendet Alpine das Sportwagenprogramm, um sich mit der A110 voll und ganz auf die Rallye WM zu konzentrieren.

Erst 1974 kehren die Franzosen mit der A441 wieder in die Sportwagen WM zurück. Inzwischen hält der Renault Konzern die Aktienmehrheit an der Marke und Jean Rédélé hat eine Führungsposition inne. Deshalb ist die A441 in den Starterlisten als Alpine Renault A441 gelistet.

Ab 1975 ist Alpine auch wieder bei den 24 Stunden von Le Mans vertreten. Aber ausgerechnet hier beim Heimrennen passiert ein blöder Fehler: Die Mannschaft verrechnet sich mit der Spritmenge und die A441 rollt bereits in der 21. Runde ohne Sprit aus.

1976 bringt Alpine die neuentwickelte A442 zum Rennen nach Le Mans. Das erklärte Ziel lautet, endlich den Sieg beim prestigeträchtigen Langstreckenklassiker einzufahren. Das Fahrzeug verfügt über einen 2 Liter Renault Turbomotor, der 490 PS liefert. Damit gehört der A442 zu den schnellsten Fahrzeugen im Feld. Allerdings lässt die Zuverlässigkeit des Aggregats arg zu wünschen übrig, Turboschäden stehen an der Tagesordnung. Und so kommt es, wie es kommen muss: In der Qualifikation kann Jean Pierre Jabouille die A442 mit einer überragenden Rundenzeit (sieben Sekunden schneller als der zweitplatzierte Porsche von Jackie Ickx) auf die Poleposition stellen. Im Rennen scheidet das Fahrzeug nach elf Stunden wegen eines Motorschadens aus und muss Jackie Ickx im Porsche 936 den Sieg überlassen.

1977 stockt Alpine auf und kommt mit drei A442 nach Le Mans. Der steigende Einfluss von Renault macht sich dadurch bemerkbar, dass die Fahrzeuge nun unter dem Namen Renault Alpine gemeldet sind. In der Qualifikation sind die A442 wieder eine Klasse für sich und nehmen das Rennen vom ersten, zweiten und vierten Startplatz aus in Angriff. Das Rennen verläuft allerdings wie im Vorjahr. Alle drei Alpines fallen mit Motorschaden aus und wieder heißen die großen Nutznießer Porsche und Jackie Ickx.

Nach diesem Desaster setzt die Konzernmutter Renault 1978 alles daran, um Le Mans endlich zu gewinnen. Es werde ausgiebige Tests durchgeführt und sogar die laufende F1 Saison, in der Renault auch um den WM Titel mitkämpft, wird zugunsten von Le Mans hinten angestellt.
Dieses Mal reist Alpine neben einem konventionellen A442 auch noch mit dem A442B an, dessen Cockpit aus aerodynamischen Gründen mit einem nach oben offenem Glasdach aus Acryl abgedeckt ist. Außerdem haben die Franzosen die weiterentwickelte Version der A442, die A443, im Gepäck. Neben den drei Werkswagen ist noch ein vierter, von Ecurie Calberson eingesetzter A442 am Start.

In diesem Jahr kann Jackie Ickx im Porsche 936/78 die Poleposition holen. Die A443, die von Jean Pierre Jabouille und Patrick Depailler pilotiert wird und auf der Mulsanne Geraden eine Höchstgeschwindigkeit von 380 km/h erreicht, komplettiert die erste Startreihe. Didier Pironi und Jean Pierre Jaussaud gehen mit der A442B hinter dem Porsche 935/78 Moby Dick und dem zweiten Porsche 936 von Startplatz fünf aus ins Rennen. Die dritte Werks-Alpine sowie die Calberson A442 ergattern Platz sieben und acht.

Im Rennen erwischt Jabouille den besseren Start und kann die Führung an sich reißen. Einige Runden später folgt für Porsche der nächste Dämpfer, als gleich beide 936 wegen Problemen an der Einpritzpumpe die Box ansteuern müssen.
Aber auch beim Führungsfahrzeug verläuft nicht alles nach Plan: Gegen Ende der zweiten Stunde zwingen Reifenvibrationen Jabouille an die Box und so kann sich zum ersten Mal Didier Pironi in der A442B an die Spitze des Feldes setzen. Dahinter folgt Jean Pierre Jarier im Schwesterauto und auf Platz drei liegt der Porsche 936/78 von Bob Wollek.
Nach dem Boxenstop kann Patrick Depailler mit der A443 zwischenzeitlich wieder zur Spitze aufschliessen, bekommt dann aber erneut Reifenprobleme und fällt auf Rang sieben zurück.
Nach einem Viertel des Rennens verliert der Porsche 936 von Ickx/Pescarolo wegen einer Getriebereparatur 45 Minuten an der Box und hat somit nur noch geringe Chancen auf den Sieg. Wie auch im Jahr zuvor disponiert Porsche deshalb um und setzt den Le Mans Spezialisten Jackie Ickx in das Auto von Barth und Wollek, die zu diesem Zeitpunkt hinter den drei führenden Renaults auf dem vierten Platz liegen.
In der siebten Stunde müssen Pironi/Jaussaud die Führung an Jabouille/Depailler abgeben. Nach halber Renndistanz führt Jabouille bereits mit einer Runde Vorsprung vor Ickx. Die A442B, bei der zwischenzeitlich ein Wechsel der Bremsscheiben fällig wurde, liegt mit drei Runden Rückstand auf Platz drei. Die nächsten 10 Stunden bleibt dieses Reihenfolge wie eingefroren, bevor sich in Stunde 18 die Ereignisse überschlagen:
Zuerst fällt die führende A443 mit Motorschaden aus und der Ickx Porsche erbt die Führung. Allerdings ist der Porsche zu diesem Zeitpunkt bereits durch einen gebrochenen fünften Gang schwer gehandicapt und hat deshalb keine Chance, die heranstürmende A442b von Pironi und Jaussaud hinter sich zu halten.
Gegen Rennende bekommt zwar auch die A442b Getriebeprobleme, aber trotzdem können Pironi/Jaussaud das Rennen schlussendlich mit fünf Runden Vorsprung gewinnen. Auf Platz zwei rettet sich der angeschlagene Porsche 936/78 von Barth/Wollek/Ickx ins Ziel, komplettiert wird das Podest von Haywood/Gregg/Joest im Porsche 936/77.
Damit hat Renault sein großes Ziel erreicht und verkündet noch am selben Tag den Rückzug aus der Sportwagen WM.

Ende 1978 verkauft Jean Rédélé die letzten Anteile seiner Firma an Renault und kehrt Alpine den Rücken. Danach übernimmt er die Leitung einiger Renault Vertretungen in Frankreich.
Am 10 August 2007 stirbt Rédélé im Alter von 85 Jahren in Paris.
Renault führt die Marke Alpine noch bis 1995 weiter und besitzt bis dato die Rechte an dem Namen.
Im ehemaligen Alpine-Werk in Dieppe werden heute Renault Fahrzeuge hergestellt.

Author: 1979psh

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