Bugatti T32 (1:87, Eigenbau)


  • Bugatti T32 (from 1923)
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  • Eigenbau
  • 1:87
  • Showcase model / No engine
  • blue (matt finish)
  • Unikat
  • COACHWORK87
  • Limited to 1 pieces
  •  
  • Not specified
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  • Not for sale
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Schon seit gut zwei Jahren spuckte mir ein Modell des Bugatti T32 im Kopf herum. Initialzündung zur Umsetzung der Idee war der BMW Dixi aus dem Hause Ricko, da mit Ihm brauchbare Räder zur Verfügung standen.

Das Vorbild

1923 beteiligte sich Bugatti mit vier, für die damalige Zeit ein sonderliche, Wagen am Grand Prix de l'Automobile Club de France in Tours. Im Gegensatz zum Vorjahreswagen, der so genannte "Zigarre", versuchte er diesmal nicht die Stirnfläches des Wagens zu minimieren sondern folgte einem anderem Lösungsansatz. Ungewöhnlich waren die in die Karosserie weitgehend integrierten Räder wodurch der Wagen von vorn betrachtet eine rechteckige Form hatte. Doch von der Seite betrachtet glich der Wagen einem Tragflächenprofil womit Bugatti seine Inspiration aus der Luftfahrt bezog. Neuartig war auch eine Gangschaltung die sich zusammen mit dem Bremshebel nicht außen rechts an der Karosserie sondern mittig im Wagen zwischen den Sitzen befand. Diese Erscheinung führte dazu, dass der Wagen von der Presse und dem Publikum den wenig schmeichelhaften Spitznamen "le Tank", in Anlehnung an den britischen Panzer Mark I, erhielt.

Mit einem Radstand von gut zwei und einer Spurbreite von rund einem Meter ist der T32 eigentlich ein kleines Wägelchen dessen Fahreigenschaften, nun sagen wir lieber nicht einfach waren. Die Kenntnisse um Aerodynamik und Auftrieb steckten gerade bei der Übertragung vom Flugzeug auf ein Landfahrzeug noch in den Kinderschuhen. Der kurze Radstand und die Form des Wagen führten dazu, dass bei höherer Geschwindigkeit sich auch der Auftrieb erhöhte und somit die Fahreigenschaft noch weiter verschlechterte. So verunfallte Pierre de Vizcaya (No. 11) bereits in der ersten Runde in einer Harnadelkurve und verletzte dabei einige Zuschauer. Pierre Marco (No. 16) und Prince de Cystria (No. 18) erging es später nicht anders, auch sie scheiterten an der schlechten Beherrschbarkeit des Wagens. Einzig Ernest Friederich (No. 6) gelang es abgeschlagen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 114 Km/h als dritter heil ans Ziel zu kommen.

Bugatti setzte den T32 danach nie wieder in Rennen ein und widmete sich der Entwicklung eines neuen Rennwagens den legendären T35.

Nach dem Rennen erwarb das Prager Ehepaar Junek den Wagen von Friederich und versah die Fahrerseite mit einer größeren Karosserieaussparung um mehr Bewegungsfreiheit zu erhalten. Sie beteiligten sich mit dem Wagen an mehreren lokalen Rennen, jedoch mit eher mäßigen Erfolg und gaben ihn schließlich 1924 für einen neuen T35 bei Bugatti in Zahlung. Im Molsheimer Werk wurde der T32 irgendwo abgestellt, bis ihn 1963
Fritz Schlumpf zusammen mit andern Bugattis aus dem Nachlass des Molsheimer Bugatti-Werkes aufkaufte. Seit dem befindet sich der Wagen in weitgehend originalem Zustand im Besitz der Collection Schlumpf und diente meinem Modell als Vorlage.

Mit einem anderem T32 unternahm Pierre de Vizcaya 1924 in Arpajon bei Paris Rekordfahrten, bei dem er rund 187Km/h erreichte.

Zum Modell

Das Modell des T32 ist ein kompletter Eigenbau der auf einem Blueprint aus dem Internet basiert und in einer Sandwich-Bauweise aus Polytrolplatten unterschiedlicher Stärke entstanden ist.

Zum Anfang habe ich meine Automobilbücher und das Internet nach weiteren Bilder und Infos durchforstet. Mit diesen Infos wurde schließlich der Blueprint am Computer mit einem Vektor-Zeichenprogramm und auf 1:87 umgerechnete Maße nachgezeichnet. Da ich kein Bildhauer bin der sich von außen an die Form arbeitet, musste anschließend eine Konstruktion für die Modellumsetzung entworfen werden mit der sich das Modell durch einzelne Plättchen wie ein Sandwich aufbauen ließ. Als Resultat hatte ich dann eine größere Anzahl kleiner Flächen die dann 1:1 ausgedruckt wurden. Die Flächen wurden grob ausgeschnitten und auf doppelseitige Folie geklebt um dann an den Flächenkanten sauber ausgeschnitten zu werden. Die so entstandenen "Puzzle-Teile" wurden nun auf die entsprechenden Polystrolplatten verklebt nur um sie danach ausschneiden und in Form feilen zu können.

Die fertigen Einzelteile wurden vom aufgeklebten Ausdruck befreit und mit Polystrolkleber gemäß Konstruktionsplan verklebt. An den Rundungen ergeben
sich mit der Sandwich-Technik zwangsläufig Treppen, die verspachtelt und verschliffen werden müssen und somit langsam die Karosserieform ergeben. Letzteres wiederholt sich so oft bis man die gewünschte Form hat. Das sich hier Toleranzen zur exakten Maßhaltigkeit ergeben und manches vielleicht nicht hundertprozentig gerade wird dürfte eigentlich klar sein...dafür ist es ja ein Handarbeitsmodell bei dem letztlich der Gesamteindruck zählt.

Mit dünnen Polystrolstäben wurden Details wie die erhabenen Lüftungsschlitze auf der Motorhaube erstellt. Um eine gerade Flucht zu erhalten wurde
eine Reihe als ganzes, sprich mit einem durchgehenden Stäbchen verklebt. Anschließend wurde das überflüssige material mit einem Skalpell entfernt und
alles sauber verschliffen. Messingdraht für Handkurbel, Schalt- und Bremshebel sowie Spritzenkanülen für den Auspuff bilden weitere Details. Ein zurechtgeschnittenes Messing-Drahtgitter von der Firma Weinert bildet das Gitter für die Kühleröffnung und Achsstummel eines Horch 853 vom Busch wurden für die beiden Tankverschlüsse zweckentfremdet. Die Räder stammen wie Eingangs schon erwähnt vom BMW Dixi aus dem Hause Ricko die mit 0,1 mm nur geringfügig kleiner sind als die umgerechnete Originalgröße und sich für den Bugatti hervorragend eignen. Auch das Lenkrad stammte aus dem BMW, von dem eigentlich nur der Kranz übernommen wurde. Kopfzerbrechen bereiteten mir die zahlreichen nach innen laufenden Karosserieschlitze an der Seite und am Heck. Mehrere gescheiterte Gravierversuche veranlassten mich die Schlitze mittels Decals darzustellen. Lackiert wurde der Bugatti mit Lack aus der Dose von Tamya
der nach aufbringen der Decals noch mit einem seidematten Dosen-Lack aus dem Baumarkt seinen letzten Abschluss erhielt.

Die Abbildungen des fertigen Modells zeigen den T32 mit seinem Nachfolger dem legendären T35 aus dem Hause Masterpiece.


Author: Coachwork87

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